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FAQ: Kaninchen im Klassenzimmer
 
Einleitung

Wenn Sie bereits ein Kaninchen im Klassenzimmer haben, oder planen, ein solches anzuschaffen, bittet Sie die House Rabbit Society, sich ein wenig Zeit zu nehmen, um über die folgenden Dinge nachzudenken:

- den Charakter der Kaninchen,

- ihre Bedürfnisse, und

- was ihre Schüler von einem Kaninchen lernen sollen, das in ihrem Klassenzimmer lebt.

Die House Rabbit Society gibt keine von ihr geretteten Kaninchen für die Haltung in der Schule ab.

Wir sind der Meinung, daß die Umgebung eines Klassenzimmers nicht auch nur annähernd so für eine artgerechte Kaninchenhaltung geeignet sein kann, wie es die Kaninchenhaltung zu Hause ist. Wenn sie bereits geplant haben, ein Kaninchen für ihre Klasse anzuschaffen, so können wir sie hoffentlich noch davon überzeugen, daß dies vielleicht nicht die beste Idee ist. Falls sie schon ein Kaninchen in ihrem Klassenzimmer halten sollten, würden wir Ihnen gerne helfen, das Leben ihres Klassen-Kaninchens (oder eines anderen KIassen-Kaninchens) zu verbessern. Alles, was Sie dazu benötigen, ist die Bereitschaft, Verantwortung für das Wohlergehen dieses Kaninchens zu übernehmen und korrekte Informationen über die Bedürfnisse des Kaninchens.

Einige Punkte, die man bedenken sollte

  • Kaninchen sind intelligent und haben ein hochentwickeltes Sozialverhalten. Wenn ihre Persönlichkeit nicht durch Langeweile oder Mißbrauch gebrochen wird, können sie sehr wohl Zuneigung, Ärger, Eifersucht, Freude, Trauer, Angst, Achtung und Kummer, aber auch Dominanz, List, Zufriedenheit, Neugierde, und Spaß zeigen. Selbst wenn sie kastriert oder sterilisiert werden, kuscheln sich Paare noch immer gerne aneinander, putzen einander gegenseitig und zeigen sexuelle Aktivität. Besonders gerne beschäftigen sie sich mit Spielzeugen die sie benagen, herumwerfen oder -stupsen können oder unter denen sie sich vestecken können.

  • Kaninchen können auf vielerlei Arten kommunizieren. Ihre " Sprache" umfaßt das Klacken mit ihren Zähnen ebenso wie das Wedeln mit der Blume, Tanzen, Stupsen, Lecken, "Knurren", leises Grunzen oder Brummen. Sie lernen schnell die Bedeutung des Wörtchens "Nein!". Viele lernen sogar, auf ihren Namen zuhören. Andere wiederum kennen zwar ihren Namen, ziehen es aber vor, auf diesen nicht zu reagieren (so, wie es die Katzen tun). Einigen kann man beibringen, auch noch auf andere Kommandos zu hören, wie z.B. "Gib mir einen Kuss!" oder "Geh in deinen Käfig!"

  • Ein paar Wochen voller begeisterter "oohs" und "aahs" - aber um welchen Preis? Es ist gängige Praxis, ein Klassen-Kaninchen "decken" zu lassen, so daß die Schüler die Geburt und die Entwicklung der Kaninchen-Babies miterleben können. "Kaninchengeburten" können jedoch nur selten beobachtet werden, da sie schnell vonstatten gehen und in der Regel nachts stattfinden .

  • Wichtiger noch ist, daß eine solche Geburt im Klassenraum meist zur Folge hat, daß die Kaninchen aufgrund von falscher Pflege leiden müssen oder sogar sterben. Besonders gestresste Kanincheneltern können sogar zu Kannibalismus neigen und ihre kleinen Häschen auffressen. Solch ein Erlebniss hautnah mitzubekommen kann für Kinder traumatisch sein. Falls die Kleinen aber überleben bis sie erwachsen geworden sind, verkommen sie oft zu vernachlässigten Tieren in heruntergekommenen Hinterhof-Ställen. Viele werden, sobald sie erwachsen und damit uninteressant geworden sind, erschossen, ausgesetzt oder in ein städtisches Tierheim abgeschoben, wo sie mit großer Wahrscheinlichkeit eingeschläfert werden, obwohl sie gesund und freundlich sind.

  • Wir sind der Meinung, daß das Interesse am Leben der Tiere und das Verhalten der Menschen gegenüber diesen Tiere eher durch wechselseitige Kommunikation zwischen dem Menschen und einem gesunden, glücklichen Kaninchen oder Haustier bestärkt werden kann.

    • Kaninchen kann man zur Stubenreinheit erziehen. ...jedoch nicht auf die gleiche Art und Weise, wie man das mit einem Hund oder einer Katze tun würde. Die Nase des Kaninchens in das "Malheur" zu stupsen, würde das Tier nur erschrecken und verwirren. Einigen Kaninchen scheint es in die Wiege gelegt worden zu sein, auf ihr "Hasenklo" zu gehen, während es bei anderen eine Menge Geduld und Zeit erfordert, ihnen das beizubringen. Die HRS kann ihnen Tips geben, wie sie ein Kaninchen dazu ermuntern können, ein Kaninchenklo zu benutzen.

    • Kastration ist nicht nur dazu gedacht, unerwünschten Nachwuchs zu verhindern. Ein Kaninchen von einem Kaninchen-erfahrenen Tierarzt kastrieren zu lassen, verbessert die Gesundheit ihres Schützlinges, seine Persönlichkeit, die Stubenreinheit und die Fähigkeit, mit anderen Kaninchen zusammenleben zu können. Meist hilft ein solcher Eingriff auch gegen das "Spritzen" (um das Revier zu markieren) und lästige Urin-Gerüche, da durch die verminderte Hormonproduktion der Drang zum Markieren des Reviers vermindert wird. Im Allgemeinen sind erwachsene Kaninchen leichter zu trainieren, sie sind ruhiger, nagen und scharren weniger und sind mehr auf den Menschen fixiert als junge Kaninchen.

  • Kaninchen werden oft als Pflegeleichte Haustiere oder "Lehrmittel" angesehen. Leider basiert die Auffassung vieler Menschen darüber, wie sich Kaninchen verhalten auf fehlerhaften Annahmen und Erfahrungen mit vernachlässigten Klassen- oder Hinterhof-Kaninchen.

  • Oft sieht man Kaninchen den ganzen Tag (und die ganze Nacht) in kleinen Käfigen im Klassenraum sitzen. Im Gegensatz zu anderen Tierarten können Kaninchen ein solch armseliges Leben eine überraschend lange Zeit erdulden. Aber Kaninchen brauchen regelmäßige Beschäftigung und Bewegung um gesund und freundlich zu bleiben und nicht verhaltensgestört zu werden. Ein Kaninchen, das nie aus seinem Käfig hinausgelassen wird, wird sich bald zurückziehen und agressiv werden, was dann Symptome wie Lethargie, Teilnahmslosigkeit, Fettleibigkeit neurotisches Verhalten zur Folge hat.

  • Innerhalb weniger Jahre werden Kaninchen, die in so einer Haltung ihr Dasein fristen müssen, krank und sterben. Das ist aber keine normale Lebensspanne. Mit der richtigen Pflege können domestizierte Kaninchen durchaus 8-12 Jahre oder länger leben.

  • Wenn niemand dazu bereit ist, ein beträchtliches Maß an Zeit, Aufmerksamkeit und Pflege in ein Klassenraum-Kaninchen zu investieren, ist das Ergebnis ein teilnahmsloses Tier, das nicht viel hat, was es den Schülern geben könnte. Wenn man einmal davon absieht, was manche Lehrer oder Eltern über die Pflege eines Klassen-Kaninchens zu wissen glauben, was können solche Praktiken einem Schüler über den Wert eines Lebewesens lehren?

  • Tierheime quellen über, weil die Allgemeinheit der Ansicht ist, daß Tiere nur Sachen sind, die man herumreichen kann, um die man sich dann kümmert, wenn man gerade Lust dazu hat und die man einfach aussetzt, wenn sie einem lästig werden.

  • Auf der anderen Seite kann ein Klassenraum-Kaninchen dabei helfen, die Kinder zu verantwortungsvollen Tierhaltern zu erziehen. Ihre Schüler können von einem Kaninchen (oder einem kastrierten Pärchen), das sich frei unter ihnen bewegen darf, wertvolle Lektionen lernen :

    • Tiere haben eigene Persönlichkeiten und Vorlieben.
    • Jedes Tier hat seine eigene Sprache.
    • Jede Tierart, mit der ein Mensch befreundet sein möchte, erfordert ein anderes Verhalten im Umgang mit dem Tier. Was ein Hund als ein spielerische Kontaktaufnahme ansehen mag, kann von einem Kaninchen vollkommen anders interpretiert werden.
    • Eine verantwortungsbewußte Tierhaltung heißt, die Bedürfnisse eines Tieres zu erfüllen, auch wenn das manchmal unbequem sein mag. Das Säubern des Käfigs, das Training des Tieres und die kaninchensichere Gestaltung der Umgebung sind Tätigkeiten, die viel Zeit beanspruchen, aber sie sind Teil der Verpflichtungen, die ein Tierhalter bereit sein sollte, einzugehen.
Einige Fragen, die man sich vor der Anschaffung eines Klassenraum-Kaninchens stellen sollte:
  1. Sind sie bereit dazu, 8-12 Jahre lang für ein Kaninchen zu sorgen ?

  2. Sind sie bereit dazu, dem Kaninchen eine korrekte, puenktliche und lückenlose Pflege zu geben? Aufgrund der speziellen Art, wie ein Kaninchenmagen arbeitet, müssen Futter, Heu und Wasser ständig zur Verfügung stehen. Kleinere Verschmutzungen in den Käfigen und Kaninchentoiletten sollten täglich gereinigt werden, einmal wöchentlich sollte alles gründlich abgeschrubbt werden .

  3. Wie wollen sie sicherstellen, daß das Kaninchen auch dann gut versorgt ist, wenn sie einmal nicht da sein sollten? Kaninchen brauchen ständig die korrekte Pflege, auch an Wochenenden und während der Schulferien. Das Kaninchen einem Schüler oder einer Gruppe von Schülern mitzugeben, kann für das Kaninchen Streß bedeuten. Falsche Pflege kann leicht passieren, auch in einer Familie mit den besten Absichten. Ein Kaninchen in der Schule zu lassen hat seine Risiken. Schon viele Lehrer kamen montags wieder in die Schule und fanden ein totes Tier im Käfig, daß freitags noch gesund erschien.

  4. Sind sie bereit, ihr Kaninchen stets gut zu beobachten, um eine eventuell auftretende Krankheit schnell zu erkennen? Kaninchen brauchen die Pflege von jemandem, der kleinste Veränderungen in ihrem Verhalten, ihren Essgewohnheiten oder ihrem Kot schnell erkennen kann. Denn diese sind die ersten Symptome einer Krankheit, die bei so kleinen Lebewesen schnell voranschreiten kann.

  5. Können sie das nötige Geld für eine Tierarztbehandlung aufbringen, falls ihr Tier einmal krank sein sollte?Es kann schwierig sein, einen Tierarzt zu finden, der sich auch mit Kaninchen wirklich gut auskennt. Wenn ihr Tier bei einem Tierarztbesuch ein Medikament oder eine weiterführende Behandlung verschrieben bekommt, sind sie dann fähig, diese dem Tier zu gewähren?

  6. Haben sie genug Platz für einen mindestens 60 cm * 1m großen Käfig, sowohl in der Schule als auch zu hause? Wer wird die Rechnung für einen angemessen großen Käfig bezahlen?

  7. Was würde passieren, wenn die Klimaanlage oder Heizung ihrer Schule außerhalb der Unterrichtszeiten ausgestellt wird, oder wenn in der Schule Pestizide versprüht werden? Kaninchen leiden aufgrund ihres dicken Felles bereits ab einer Temperatur von etwa 25°C. Sie reagieren auf Pestizide dermaßen sensibel, daß selbst ein einfaches Anti-Floh-Mittel eine ernste Erkrankung auslösen kann.

  8. Sind ihre Schüler reif genug zu verstehen, was sie ihnen durch das Kaninchen vermitteln wollen, und sind sie reif genug, das Kaninchen entsprechend zu behandeln? Kinder unter 7 Jahren sind in den meisten Fällen nicht reif genug, mit einem Kaninchen umzugehen, es sei denn unter strenger, ständiger Aufsicht.

  9. Haben sie genug Zeit, den Schülern den richtigen Umgang mit dem Kaninchen beizubringen und deren Interaktion mit dem Tier zu überwachen? Erwachsene müssen sich dazu verpflichtet fühlen, Regeln, die sowohl das Kaninchen als auch das Kind vor physischem oder psychischem Schaden bewahren, zu lehren und auf ihnen zu beharren.

  10. Was werden sie tun, wenn ein Kind von einem Kaninchen verletzt wird, oder umgekehrt? Jüngere Kinder lieben es, ein Kaninchen auf dem Schoß oder dem Arm zu halten und es zu knuddeln. Die meisten Kaninchen fühlen sich jedoch nur sicher mit allen 4 Pfoten auf dem Boden oder einer anderen trittfesten Oberfläche. Wirbelsäulenverletzungen und verrenkte oder gar gebrochene Beine sind häufig, wenn Kaninchen versuchen, sich vom Schoß oder Arm zu "befreien" und anfangen zu strampeln oder gar hinabspringen. Auch können kleine Kinder schwer gekratzt oder schmerzhaft gebissen werden, wenn ein erschrecktes Kaninchen versucht zu entkommen.

  11. Sind sie dazu bereit, den Klassenraum "kaninchensicher" zu machen, damit sie dem Kaninchen seinen Freilauf gewähren können, den es so dringend für seine Gesundheit benötigt? Kaninchen lieben es, zu kauen und zu scharren, aber ihre "Zerstörungslust" kann man in den Griff kriegen, wenn man ihre Umgebung in den Griff bekommt (d.h. sie attraktiv für das Kaninchen zu gestalten), das Kaninchen trainiert oder ähnliches.

    Kaninchen sollten jeden Tag mindestens 3 Stunden Bewegung, d.h. Freilauf haben.

  12. Ist das Klassenzimmer gemütlich genug für ein von Natur aus eher scheues Tier? Zu den Belastungen, die für Kaninchen in Klassenräumen oft auftreten zählen Krach, zu viele Kinder auf einmal, die es anfassen wollen, falsches oder häufig wechselndes Futter, häufige Änderungen in der Routine, Temperaturunterschiede und Einsamkeit.

  13. Erlaubt ihr Rektor freilaufende Tiere? Falls nicht, sind sie dazu bereit, das Kaninchen mit nach hause zu nehmen?

  14. Können sie das Kaninchen mit zu sich nach hause nehmen und dort halten, falls ein Schüler von ihnen auf das Tier allergisch reagiert?

Wir hoffen, daß dieses Kapitel ihrem Haustier im Klassenzimmer helfen wird, sein Leben als zufriedenes Haustier zu leben, und dabei ihren Schülern etwas auf ihren Weg mitzugeben.

Dieses Kapitel stammt urprünglich von Carolyn Mixon und Gina Scherffius, die zum Netz der House Rabbit Society gehören.


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